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Geschichte

Südtirols Geschichte in Kürze

Bei unseren vielen Feriengästen herrschen manchmal unklare Vorstellungen über den politischen Werdegang unseres Landes von der Vergangenheit bis zur Gegenwart.
Da es sicher angenehm ist, über die Geschichte seines Urlaubslandes einigermaßen informiert zu sein, möchten wir hier die wichtigsten Daten und Begebenheiten aufzeigen.

1253 Die Grafen von Tirol, deren Stammburg bei Meran steht, bringen das Land unter ihre Botmäßigkeit und geben ihm ihren Namen, sie nennen es "Land Tirol".

1363 Das Geschlecht der Tiroler Grafen ist in männlicher Linie am Aussterben. Der letzte Spross. Gräfin Margarethe, übergibt das Land Tirol ihrem Vetter Rudolf von Habsburg. Tirol kommt also zu Osterreich.

1805 Im Verlauf der napoleonischen Kriege kommt es im Frieden von Pressburg an das mit Napoleon verbündete Bayern.

1809 Durch verschiedene Zwangsmaßnahmen wächst die Erbitterung im Tiroler Volk derart, dass man unter dem Oberkommando von Andreas Hofer zu den Waffen greift.
Nach drei am Berg Isel bei Innsbruck erfochtenen Siegen schlug leider der vierte Aufstand fehl. Andreas Hofer wurde durch Verrat gefangen genommen und in Mantua am 20. Februar 1810 erschossen. Er gilt als unser Nationalheld (Lied: in Mantua zu Banden).

1882 Zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien wird ein Freundschaftsvertrag, der sogenannte "Dreibund" geschlossen.

1914 Der Erste Weltkrieg. Das Attentat auf den österreichischen Kronprinz Erzherzog Ferdinand und seine Gemahlin Sophie am 28. Juni 1914 stellt den Auslöser des Ersten Weltkrieges dar. Italien verhält sich vorerst neutral.
Zwischen Italien und den Alliierten finden Gespräche über einen eventuellen Kriegseintritt auf deren Seite Statt. Im Falle eines Sieges soll Italien mit beträchtlichen
Gebietszuweisungen (unter anderem auch Südtirol) belohnt werden.

1915 Italien bricht den Dreibund und erklärt am 24. Mai 1915 an Österreich den Krieg. Osterreich hat nun eine neue, 320 km lange Front im Süden.

1918 Am 4. November nimmt der Erste Weltkrieg sein bitteres Ende. Daraufhin wird Südtirol sofort von italienischen Truppen besetzt.

1919 Frieden von S. Germain. Aufgrund der seit 1919 in S. Germain bei Paris laufenden Friedensverhandlungen wird Südtirol endgültig Italien zugesprochen. Die königliche Regierung unter Viktor Emanuel III. verspricht. Südtirols Sprache, Sitte und Kultur unangetastet zu lassen.

1922 Der Faschismus. Am 28. Oktober besetzen faschistische Truppen Rom. Benito Mussolini übernimmt die Regierungsgewalt. Alsbald setzt unter der faschistischen, diktatorischen Regierung eine rücksichtslose Unter-drückung des Deutschtums in Südtirol ein, die 20 Jahre andauert. Der italienischen Zuwanderung werden Tür und Tor geöffnet.

1939 Zwischen der Deutschen und Italienischen Regierung wird ein "Umsiedlungs- oder Optionsvertrag" abgeschlossen. Dieser sieht vor, dass die Südtiroler sich entweder für Italien oder fürs Deutsche Reich entscheiden müssen. Im ersteren Fall konnten sie bleiben, mussten aber das Deutschtum aufgeben und loyale Italiener werden. Im zweiten Fall mussten sie die Heimat verlassen und wurden in das Deutsche Reich umgesiedelt. 86% aller wahlberechtigten Südtiroler entschieden sich für das Verlassen der Heimat.
Es wurden ca. 75.000 Personen tatsächlich umgesiedelt.

1943 Mussolinis Ende. Am 23. Juli erfolgt der Sturz Mussolinis, der König übernimmt wieder die Regierung und Marschall Badoglio wird Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Es ist geplant, die in Italien stationierte Deutsche Wehrmacht kriegsgefangen zu nehmen. Die Deutsche Wehrmacht ist dem zuvorgekommen und hat am 8. September die italienischen Streitkräfte kriegsgefangen. Unser Land wurde zur ,,Operationszone Alpenvorland" erklärt.

1945 Kriegsende am 2. Mai. Amerikanischer Panzereinheiten marschieren in Südtirol ein. Die italienische Fahne wird wieder gehisst. Die neue demokratische Regierung will die Umsiedlung der Optanten weiterführen, die Alliierten bestimmen, dass kein Südtiroler mehr umgesiedelt werden darf.

1946 Pariser Vertrag. Obwohl von den Südtirolern das Selbst-bestimmungsrecht (den Anschluss an das alte Vaterland Osterreich) verlangt wird, entscheidet die Friedens-konferenz das weitere Verbleiben unseres Landes bei Italien. Als Ersatz wird uns im Pariser Vertrag eine begrenzte Selbstverwaltung (Autonomie) gewährt.

1960/61 Die Südtirol-Aktivisten. Italien verzögert die Einhaltung des Vertrages so sehr, dass sich eine Gruppe Südtiroler zu Terror-Akten (Sprengen von Strommasten ...) hinreisen ließ, um Rom auf die Erfüllung der eingegangenen. Die Attentäter wurden ausfindig gemacht und im sogenannten "Mailänder Prozess" zu hohen Strafen verurteilt.
Nach dem Abklingen der Attentate hat Italien eine gemischte Kommission (die Neunzehnerkommission) zum neuerlichen Studium der Südtirol-Frage eingesetzt.

1969 Das Südtirol-Paket, Die Kommission hat ihre Aufgabe beendet. Das neue Vertragswerk ist unter dem Namen "Südtirol Paket" bekannt geworden. Es sah zahlreiche Verbesserungen für uns vor. Sowohl die Südtiroler Volkspartei, als auch Rom und Wien haben dieses Werk angenommen.


1992 Der anfänglich gute Wille Italiens kehrte sich bald ins Gegenteil um und so ist heute noch manches ausständig. Das sogenannte "Paket" ist zwar offiziell abgeschlossen, aber leider stellt es nur einen Kompromiss dar. So kann es von uns nicht angenommen werden, weil es nicht international verankert ist. Jedenfalls in Südtirol wird mehrheitlich deutsch gesprochen. Die Bevölkerung ist zu zwei Drittel deutsch und zu einem Drittel italienisch.


Erweiterte Berichte einiger Verhandlungen
finden sie bei ZIS (Zeitgeschichte Information System):
http://zis.uibk.ac.at/stirol_doku/dokumente.html