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Castelfeder

die "Barbarakapelle"Castelfeder

Der Name "Castelfeder"

Schon in einer lateinisch ausgestellten Urkunde aus dem Jahre 1234 betreffend die Grenzfestlegung zwischen Fleims und der ”plebe Egna" (Neumarkt - Auer - Montan - Aldein) werden ausdrücklich als Verhandlungspartner Leute „de Montagna" genannt. Eine Kirche zum hl. Bartholomäus (Kirchenpatron von Montan) wird erstmalig in einem Diözesanregister von 1309 erwähnt; in einem Urbarverzeichnis Meinhards II. von 1239 wird diese wohl am Berg liegende Siedlung als Montagna und dann als Montan bezeichnet. Im 13. und 14. Jahrhundert haben einzelne Gemeinden vom Landesfürsten sich ihre Weiderechte urkundlich bestätigen lassen, so z. B. Neumarkt um 1313 und 1372. Für Montan haben wir keine derartige Urkunde, jedoch dürfte dasdie "Kuchelen" Gebiet von Castelfeder, wenn auch von Meinhard II. käuflich erworben und dadurch in der Folge Iandesfürstlich geworden, immer als Weidegebiet für Montan gedient haben. Die im 13. Jahrhundert genannten Landgerichte oder Gerichtsbezirke waren teilweise in ,,Riegel" oder ,,Viertel" unterteilt und auch Montan wird immer als ein ,,Riegel" des Gerichts Enn genannt. Erst im Maria-Theresianischen Kataster (um 1780) werden diese Riegel und Viertel, insbesonders was Montan betrifft, als ,,Gemeinde" bezeichnet. Die Fluren von Castelfeder werden dabei als Weiden angegeben, und so ist es, ausgenommen ein kleines Weinbauerngut (heute Ferienheim), bis auf den heutigen Tag geblieben.

(Auszug aus dem Buch über Castelfeder "das Arkadien Tirols" von Viktor Malfèr)

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Naturerlebnisweg Castelfeder
Das Unterland – Entstehung und Geschichte

Vor 70 Millionen Jahren war die letzte große Erdkrustenbewegung in der Tertiärperiode der geologischen Neuzeit. In dieser Zeit wurden die Alpen gefaltet und auch bei uns im Südtiroler Unterland kam Bewegung in die Porphyrmassen aus der Permepoche vor 250 Millionen Jahren. die "Barbarakapelle"Kolossale Erdkräfte hoben den Pophyr auf 2489 Meter zum Schwarzhorn und auf 1800 Meter zum Trudner Horn empor und bei dieser Verwerfung entstanden gleichzeitig tiefe Spalten zum Tal hinunter. Auch die Etsch, die damals durch das Gelände des heutigen Kalterer Sees floß, wurde bei Sigmundskron mit dem Eisack durch die Erdbewegungen vereinigt, bekam ihren neuen Lauf durch die Sumpflandschaft des Unterlandes nach Süden. Es vergingen Jahrmillionen und Jahrtausende, bis allmählich Tiere und Menschen die Wildnis bevölkerten. Auer verdankt der weit voraus blickenden Kaiserin Maria Theresia (sie regierte zwischen 1740 und 1780) sehr viel, denn sie erkannte, daß in dem Sumpf am Talboden etwas geschehen mußte. Man begann endlich 1801 den Branzoller Wassergraben auszustechen und im Laufe von 100 Jahren wurden alle Gewässer vom Berg dort hingeleitet und die Talsohle entsumpft. Ein Dorf fing an zu leben, sich zu entwickeln und aufwärts zu streben. Der Quarzporphyr der Bozner Porphyrplatte sowie des Mitterberges, des Hügels von Kiechlberg und Castelfeder, ist so typisch auch für unsere Marktgemeinde. Wir sind ein richtiger ,,Porphyrort": Pflastersteine und Bodenplatten oder Verkleidungen, GrabsteineWege durch das Biotop und früher statt der Dachziegel die schweren Platten, alles ist und war aus Porphyr. Heute ist Auer ein interessanter Ferienort, gepragt vorn Murkegel des Moränengeschiebes aus der Eiszeit, mit den typischen Mauern um stille Gassen, mit der vorgeschichtlichen Fundgrube auf Castelfeder und den markanten archeologischen Spuren auf der Via Claudia Augusta weiter gegen Pons Drusi. Was so geschichtsträchtig uns die Geologie von Auer und Umgebung offenbart, ist keine trockene Erdkunde, sondern ein Hineinleben und Verstehen in eine aufregende Epoche unserer Weltgeschichte, die uns diese liebliche, südlichste deutsche Heimat zu Füßen legte.

(Auszug aus dem Buch "Brücke zur zweiten Heimat" von Käte v. Röggla)