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Pfarrkirche Montan

Ein BildDie Dorfstraße von Montan, mit Kirche, den stattlichen Häusern und dem alles überragenden Schloß gehört zu den schönsten Dorfbildern der Heimat, auch heute noch, in das sich die majestätische Fassade der Kirche gut einfügt. Die neuromanische breite Front verleiht der Kirche eine große optische Bedeutung. Es ist eine aufragende Gottesburg, fast in Konkurrenz zum gotischen Schloß im Hintergrund. Ältester Teil der Kirchenanlage ist der Turm, der noch ins Mittelalter zurückreicht (12/13. Jh.): erkennbar an den parallel verlegten Sandsteinquadern, an den Rundbögen der Schallöcher und am Schmuck. Gewiß steckt im Untergrund der jetzigen Kirche der Rest einer frühen und früheren Kirche, die ins 1. Jahrtausend zurückreichen mag. (Nur eine Kirchengrabung - die für Südtirols Kirchen- und Diözesangeschichte so wichtig wären! - könnte hier Aufschluß geben).
Vom ehemaligen Gotteshaus aus der romanischen Bauperiode ist nichts mehr erhalten. Vom gotischen Bau steht noch der Chor (das Presbyterium). Die heutige Form der Kirche verdankt sie einem Neubau des 19. Jh. (1875-1881). Weihe 1884 unter Pfarrer Johann Pizzinini aus Montan (dessen Eltern aus St. Kassian im oberen Gadertal zugewandert waren). Unter Pfarrer Andreata Alois aus Barbian wurde die Kirche um 1900 vom Maler N. Sturm aus Klausen neudekoriert.Den Hochaltarschrein mit Gesprenge schuf J. Meraner aus Klausen, die Skulpturen A. Bacher aus Gais im Pustertal (um1900), den Gnadenstuhl der Hlst. Dreifaltigkeit Gailmetzer aus Klausen, dessen Frau aus Montan stammte.
In dem interessanten Tabernakelaufbau für die eine Figur des Kirchenpatrons steht die vollplastische Darstellung des hl. Apostels Bartholomäus mit Buch und Schindmesser.
Der hl. Bartholomäus stammte aus Bethsaida, hieß ursprünglich Nathanael (Joh. 1,45-50; 21,2 (Nath.) Mt 10,3; Mk 3,18; Lk6,14 (Aussendung), Apostelgeschichte 1,13. Fest 24. August - Lostag!
Die Legende erzählt, er habe zunächst in Äthiopien das Evangelium Jesu verkündet, sodann in Indien und sei bei lebendigem Leibe gehäutet und geschunden worden; deshalb als kennzeichnendes Attribut das Schindmesser. Wegen dieses Messers ist er auch Patron der Gerber und Faßbinder, der Wundscherer und der Weinbauern.
In unserer Diözese sind ihm noch die Kirchen von Aberstückl geweiht (19 Jh.), von Tanürz in der Urpfarre Layen (Kirche 12.Jh.), von Nafen bei Theis (Kirche aus gotischer Zeit); auf Fennberg-Hofstatt; in Tils mit Vitus, in Spinges mit Rupert von Salzburg; Darstellungen finden sich in der Margarethenkirche von Lana (mit den anderen Aposteln, um 1215 gemalt); im Ein BildKreuzgang von Brixen an der Rundapsis der Frauenkirche in der 8. Arkade, am Außenflügel des Hochaltares von Margen bei Terenten, auf einem Fahnenblatt in der Bozner Pfarrkirche am Chorumgang zusammen mit dem Weinpatron St. Urban und endlich auf dem alten Hochaltarblatt von Montan, das heute neben der Giovanelli-Kapelle der Schmerzhaften hängt, ein Werk des Fleimstaler Malers A. Vincenzi.
Ein schönes und einmaliges Ausstattungsstück der Pfarrkirche ist die Kanzel, deren Maßwerk aus durchbrochenem Sandstein die Jahrzahl 1489 formt. Sie steht auf einem viereckigen Sockel, der ins Achteck übergeht, der Schaft im Astwerk verziert, der obere Teil der Stiegenbrüstung mit Blindmaßwerk. Der Kanzelaufsatz wurde 1896 von Stuflesser in Gröden geschnitzt.
Der Taufstein aus dem 17. Jh. zeigt eine Marmorschale mit achteckigem Rand in frühbarocken Formen. Der Opferstock ist mit der Jahrzahl 1692 datiert und trägt zur Abwehr der Dämonen, die laut Legende um die Behältnisse des "schnöden Mammons" angesiedelt sind, das Wappen des Namens Jesu.
Wahre Juwele der Kunst sind die beiden Seitenkapellen: die nördliche ist der heiligen Familie geweiht und besitzt ein Meisterwerk des Brixner Malers Johann Georg Dominikus Grasmair (1691-1752): es zeigt in kühlen hochbarocken Farben die hl. Familie, das Wappen ist das des Pfarrers Giovanelli, gemalt um 1731, wie die Signatur auf der Rückseite vermeldet.